Gastvortrag „Sport und Politik – eine Interdependenz?" mit Marcel Reif und Anno Hecker

14. Mai 2017 - Alina Geuppert

Zwischen Tagespolitik und Sport gibt es wenige bis gar keine Berührungspunkte – Akteure beider Bereiche werden nicht müde, das zu betonen. Die Realität widerlegt diese Annahme jedoch immer wieder: Das Bruderduell zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der Deutschen Demokratischen Republik bei der Fußball-Weltmeisterschaft 1974 wurde zum politischen Klassenkampf stilisiert. Die Olympischen Spiele 1980 in Moskau und 1984 in Los Angeles boykottierten die Blöcke gegenseitig und die Rugby-Weltmeisterschaft 1995 in Südafrika gilt als das endgültige Ende der Apartheid. In jüngster Zeit sorgten vor allem die russischen Doping-Whistleblower Julija Stepanowa und Witali Stepanow für Aufsehen. Das Ehepaar lebt seit seinen Enthüllungen zum russischen Staatsdoping im Jahr 2014 an einem unbekannten Ort im Exil. Aber auch die gescheiterten Volksentscheide zu den Olympischen Spielen in Hamburg und München oder die politischen Debatten zu den Fußball-Weltmeisterschaften 2018 in Russland und 2022 in Qatar sorgen für eine Verflechtung von Politik und Sport.

In welcher Beziehung steht also der internationale Spitzensport zur internationalen Tagespolitik?

Zu diesem Thema nehmen am Mittwoch, den 17. Mai, die renommierten Sportjournalisten Marcel Reif (früher u.a. RTL und Premiere/Sky, heute Sport1) und Anno Hecker (FAZ-Ressortleiter Sport) Stellung im Audimax, Raum 01.57, Feldkirchenstraße 21. Organisiert wird die Veranstaltung zum Thema „Sport und Politik – eine Interdependenz?" vom Arbeitskreis Politikwissenschaft Bamberg, einer studentischen Vertretung der Politikwissenschaft an der Universität Bamberg. Die Veranstaltung ist öffentlich. Der Eintritt ist frei, Beginn ist um 16 Uhr. Wegen begrenzter Platzzahl empfiehlt sich frühzeitiges Erscheinen. Im Anschluss an die Vorträge können Fragen zum Thema gestellt werden.

Zu den Referenten:
Marcel Reif wurde am 27. November 1949 in Waldenburg im heutigen Polen als Marc Nathan Reif geboren. Vor dem polnischen Antisemitismus geflohen, emigrierte die Familie Reif 1956 nach Tel Aviv, ehe sie 1957 beruflich nach Kaiserslautern zog. Er studierte an der Johannes-Gutenberg-Universität Mainz Politikwissenschaft, Amerikanistik und Publizistik. 1972 brach Reif das Studium ab und wurde freier Mitarbeiter der ZDF-Politikredaktion. Nach drei Jahren im Studio London wechselte Reif 1984 ins Sportressort. Über RTL kam er 1999 zu Premiere, dem heutigen Sky, und anschließend zu Sport1.
Reif wurde für seine Arbeit mehrfach ausgezeichnet, darunter mit dem „Bayerischen Fernsehpreis“ 1998, dem „Deutschen Fernsehpreis“ 2002 und dem „Grimme-Preis“ 2003.

Anno Hecker studierte Sport und Geschichte in Köln. Aus einem Praktikum beim Deutschlandfunk entwickelte sich noch während des Studiums eine feste freie Mitarbeit in der Sportredaktion als Autor und Moderator. Gleichzeitig schrieb er unter anderem für die „Süddeutsche Zeitung“. Im Sommer 1989 begann er nach Abschluss des Diplomsportstudiums ein Volontariat beim Deutschen Depeschendienst in Bonn. Im Mai 1991 trat er in die Sportredaktion der Frankfurter Allgemeinen Zeitung ein, für die er unter anderem über Doping und Sportpolitik berichtet. Seit dem 1. Juli 2012 steht Hecker an der Spitze des Sport-Ressorts der FAZ.

Text: Arbeitskreis Politikwissenschaft

Bildnachweis: 
marcelreif.com / faz.net
Comment